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Österreich: Kirche muss sich mehr für Andersgläubige öffnen

Eine weitere Öffnung der Kirche für Anders- und Nichtgläubige hat Erzbischof Franz Lackner beim traditionellen Ökumenischen Empfang in Salzburg angemahnt.

Das Abschlussdokument der Weltsynode im Herbst 2024, das Papst Franziskus umgehend in das Lehramt aufgenommen habe, müsse nun zum „Instrumentum laboris für eine offene Kirche" diesbezüglich werden, forderte der Bischofskonferenz-Vorsitzende. Lackner hatte am Dienstagabend in seiner Funktion als Vorsitzender des Salzburger Sektionskomitees der Stiftung Pro Oriente Vertreter der verschiedenen christlichen Gemeinschaften - darunter auch erstmals auch die neuapostolischen Kirche mit Evangelist Wolfgang Pechhacker - in den Kardinal-Schwarzenberg-Saal geladen.

Das Jahr 2025 ist nach den Worten des Erzbischofs ein günstiger Moment für die christlichen Konfessionen, den es auszunutzen gelte um "in ökumenischer Vielfalt und Verbundenheit Zeugnis zu geben von der Menschenfreundlichkeit Gottes, wie er sich in Jesus Christus gezeigt hat". Dass heuer das 1.700-Jahr-Jubiläum des Konzils von Nizäa, das als erstes ökumenisches Konzil einst wesentliche Grundlagen des christlichen Glaubens definiert hatte, mit einem gemeinsamen Ostertermin und dem Heiligen Jahr in der katholischen Kirche zusammenfalle, stelle einen solchen "Kairos" (Schlüsselmoment) dar.

Junge Menschen definieren sich nicht als gläubig

Über den Glauben der Jugend in Österreich ging es beim Impulsreferat von Prof. Anton Bucher. Der Religionspädagoge betonte, die in diverse Milieus zu untergliedernde junge Generation sei formal überwiegend einer Religionszugehörigkeit angehörig, die Praxis bzw. das Selbstverständnis als "gläubig" sei aber im Vergleich geringer. Am stärksten würden sich hierzu muslimische Jugendliche bekennen, vorwiegend in Städten.

Das Vertrauen in Institutionen - wie auch Religionsgemeinschaften - ist laut Bucher generell äußerst gering: Nur fünf Prozent der vom Radiosender Ö3 im Vorjahr befragten Jugendlichen hätten großes Vertrauen in Religionen geäußert, hingegen 55 Prozent in die Wissenschaft. Dennoch hätten 51 Prozent angegeben, regelmäßig religiöse Feste zu feiern. Die Jugend, so schloss Bucher, glaube heute anders und sei dabei weniger gebunden an konkrete Institutionen und konkrete Inhalte. Dennoch sei ein religiöses Bewusstsein und vor allem ein Glaube an Werte wie Treue, Familie oder sinnstiftende Tätigkeit nach wie vor deutlich festzustellen.

(kap – gs)

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30. Januar 2025, 15:59
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