Kardinal Koch: „Benedikt XVI. liegt der Schülerkreis am Herzen“
Mario Galgano – Vatikanstadt
Das diesjährige Thema stammte aus dem Johannes-Evangelium und lautete: „Mein Herr und mein Gott“ (Joh 20,28). Es ging um die Frage nach Gott angesichts gegenwärtiger Herausforderungen. Wie Kardinal Koch zur Begrüßung und Einleitung zum Thema betonte, gehöre diese Frage zu grundlegenden Überlegungen der Theologie Ratzingers. Er begrüßte die etwa hundert Gäste in der großen Aula der Augustinianum-Universität, unmittelbar neben dem Petersplatz. Es waren einige Mitglieder des sogenannten „älteren“ Schülerkreises anwesend, also frühere Studenten des damaligen Professors Joseph Ratzinger. Unter anderem sprach der aus Freiburg stammende Theologe Josef Zöhrer, der bei Ratzinger promoviert hatte. Er erläuterte das Wort Gottes im persönlichen Leben seines ehemaligen Professors.
Zuvor hatte der Salzburger Theologe Rainer Hangeler über die Bedeutung Mariens für die Kirche und das Kirchenverständnis gesprochen. Die Kirche als Empfängerin der Offenbarung könne man gut anhand der Mutter Jesu aufzeigen, so Hangeler. Das Mädchen aus Israel sei mehr als nur eine Ja-Sagerin gewesen. Durch Maria könne man auch die Verbindung zwischen dem Alten und Neuen Testament, zwischen dem Volk Israel und den Jüngern Christi erkennen.
Die Rolle der Frau
Die Rolle der Frau in der heutigen Gegenwart der Kirche kam unter anderem auch im Vortrag des Kölner Kardinals zur Sprache. Er ging auf die Offenbarung im Spannungsfeld von Wahrheitsvorgaben und Lebenswirklichkeiten ein, wobei er auf die Schriften Ratzingers/Benedikt XVI. - ausgehend von der Enzyklika „Fides et ratio“ - ausging. Eine deutliche Kritik übte er am Synodalen Weg in Deutschland. Vor allem lag dem Kölner Kardinal der Umgang mit dem Glauben in der heutigen Gesellschaft am Herzen.
„Dem emeritierten Papst Benedikt XVI. liegen die beiden Schülerkreise sehr am Herzen“, unterstrich im Gespräch mit Radio Vatikan der für die Ökumene zuständige Kurienkardinal Koch. Dieser traf im Vorfeld des Symposiums den emeritierten Papst und richtete den Anwesenden auch herzliche Grüße aus.
Stellenbeschreibung der Glaubenskongregation
Auf Einladung Kochs sprach der Präfekt der Glaubenskongregation, der spanische Kurienkardinal Luis Francisco Ladaria Ferrer – auf Deutsch – über die Grundlagen des Glaubens und der lebendigen Überlieferung. „Kardinal Ladaria lieferte in seinem Vortrag sozusagen eine Stellenbeschreibung der Glaubenskongregation“, fasste der in Rom dozierende Professor Achim Buckenmaier die Erläuterung des Präfekten der Glaubenskongregation zusammen.
Aus gesundheitlichen Gründen könnte der in St. Georgen tätige Professor Stephan Herzberg sein Referat nicht halten. Doch der Vertreter des Ratzinger-Schülerkreises, Professor Christoph Ohly, las den Vortrag vor, damit alle Beiträge im Plenum zu hören waren.
Es fand nämlich im Anschluss eine Podiumsdiskussion statt, um Fragen und Anmerkungen zu den Beiträgen auszutauschen. Dies gehört zum Anliegen und zum Stile des Theologen Joseph Ratzingers und ist ein Merkmal der Treffen des „alten“ und „neuen“ Ratzinger-Schülerkreises. Bei dem „alten“ Schülerkreis handelt es sich um frühere Studenten, die bei Professor Ratzinger abgeschlossen haben, während der „neue“ Schülerkreis jene Theologen aufnimmt, die über Ratzinger promoviert haben.
(vatican news)
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