Neuer Bischof für Donezk: Mit Gottes Hilfe ist Friede möglich
Gabriella Ceraso und Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt
In Kiew war der Salesianer als Dozent, als Mitarbeiter der Nuntiatur und als Seelsorger tätig, viel auch in der Jugendarbeit. Die neue Aufgabe als Weihbischof in Donezk kam für ihn überraschend:
„Eigentlich war ich immer ein Priester der jungen Leute, ein Priester mitten unter den Jungen, ein Priester der Peripherie, und ich habe nicht an größere Ämter wie den bischöflichen Dienst gedacht, so dass ich mich jetzt in meinem Herzen Gott anvertraue: Wenn er diese Wahl getroffen hat und wenn er das für möglich hält, was in meinen Augen unmöglich ist, möge er mich führen", berichtet der junge Geistliche im Interview mit Radio Vatikan.
Die Situation in der Donbass-Region habe sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert; besonders natürlich mit dem Ausbruch des Kriegs:
„Die Situation hat sich stark verändert und verschlimmert, denn die Menschen haben vor allem ihre Angehörigen verloren - das ist ein unermesslicher Schmerz, den niemand lindern kann. Viele haben auch ihre Häuser verloren, und damit auch ihre ganze Arbeit und ihr Leben, das sich sich in den ganzen vergangenen Jahren aufgebaut haben. Ja, der Schmerz der Menschen und ihre Not sind heute wirklich viel größer als früher."
Die Menschen brauchen und suchen in dieser Zeit Gottes Hilfe und Beistand noch mehr, berichtet Weihbischof Ryabukha:
„In der Realität suchen die Menschen Gott heute auf verschiedene Weise, es ist eine offene Suche, eine Suche im Dialog. Und die Kirche versucht wie immer, dem Volk nahe zu sein: Mit einem guten Wort, mit Hilfe, mit Zuneigung, mit Werken der Nächstenliebe - aktuell natürlich auch mit der Begleitung der vom Krieg Verwundeten und der Familien, die vertrieben wurden und ihre Wohnorte verlassen mussten und noch mehr."
Was für ihn bei seinem Amtsantritt und der Begegnung mit den Gläubigen in Donezk, mitten in der Kriegsregion, das Wichtigste ist? Da hat der Salesianer keine Zweifel: Gebete für Frieden:
„Ich werde dafür beten, dass wir Frieden und Freude in unseren Herzen wieder finden. Denn das ist das Zeichen der Gegenwart Gottes, der sein Volk begleitet. Friede ist etwas, das wir alle suchen. Und ich glaube, dass die Menschen den Frieden und die Freude des Herzens wiederentdecken können - was uns heute noch sehr schwer vorstellbar scheint - aber mit Gott an unserer Seite ist nichts unmöglich."
(vatican news-sst)
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