Vom Physiotherapeuten zum Priester: P. Toni als Missionar der Hoffnung
Jože Potrpin - Vatikanstadt
„Die Franziskaner, zu denen ich heute gehöre, waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagt P. Toni, der an der Theologischen Fakultät in Ljubljana ein Studium zur Spiritualität des Sports absolvierte. Nach Stationen als Krankenhauspfarrer und Gemeindepfarrer in Turnišče übernahm er schließlich die Leitung des bedeutenden Wallfahrtsortes Ptujska Gora.
Viele Pilger kommen dorthin, um Schutz und Trost unter dem Mantel Mariens zu suchen. „In letzter Zeit halten immer mehr Menschen auf dem Weg zu den Heilbädern von Rogaška Slatina hier an, um zu beten, sich für empfangene Gnaden zu bedanken oder das Sakrament der Krankensalbung zu empfangen – oft nach einer niederschmetternden Diagnose“, berichtet P. Toni.
Missionar der Hoffnung: Licht in dunklen Zeiten
Zu Beginn des Heiligen Jahres wurde er von Erzbischof Alojzij Cvikl von Maribor offiziell als Missionar der Hoffnung ernannt. Für ihn ist dies eine Berufung, die er schon lange lebt: „Ich bin glücklich über diese Aufgabe, weil ich mein Leben lang versucht habe, Hoffnung zu bringen. Als Physiotherapeut sagten die Patienten oft, dass mit mir auch Licht in den Raum kam.“
Diese innere Strahlkraft sei entscheidend, um anderen Hoffnung zu vermitteln, sagt er. „Ein Missionar der Hoffnung soll ein Licht für andere sein, ein Botschafter des Optimismus, des Glaubens an die Erlösung und der Freiheit in Gott.“ Dabei gehe es nicht nur um tröstende Worte, sondern um eine konkrete Anleitung zur Vertrauensbildung: „Wir müssen die Menschen lehren, sich auf Gott zu verlassen.“
Ein Zeuge der Befreiung
Viele Pilger, die Ptujska Gora besuchen, erbitten Heilung – sowohl körperlich als auch seelisch. Toni kann diese Anliegen besonders gut nachvollziehen, denn seine Erfahrungen als Physiotherapeut und Krankenhausseelsorger haben ihn für die Nöte der Menschen sensibilisiert. „Ich habe gelernt, aufmerksam zuzuhören und Kranke mit dem Herzen zu begleiten“, sagt er.
Ein besonderes Anliegen ist ihm das Sakrament der Beichte: „Jesus hat Menschen durch die Sakramente geheilt, und das tut er noch heute. Leider nutzen wir diese Gnade viel zu wenig. Es ist für mich eine große Freude zu sehen, wie Menschen am Beginn des Heiligen Jahres zu uns kommen, oft schwer beladen mit der Last ihrer Sünden. Und dann erleben sie die befreiende Kraft der Vergebung.“
Er spricht von der tiefen Erschütterung, die er empfindet, wenn er hört, was die Sünde im Leben eines Menschen anrichten kann. „Aber es ist ebenso eine Gnade zu sehen, wie Menschen durch die Vergebung Gottes aufatmen, neue Kraft schöpfen und frei werden. Deshalb ist die Beichte ein so wunderbares Sakrament.“
„Der wahre Arzt ist Jesus“
P. Toni ermutigt besonders jene, die nach ihrer Berufung suchen: „Man muss beten und auf die Zeichen achten. Und niemals verzweifeln. Ich selbst bin ein Beispiel für eine späte Berufung – ich habe bereits mehrere Berufe ausgeübt. Wer als Pilger der Hoffnung unterwegs ist, wird sein Ziel erreichen. Stillstand bringt niemanden weiter.“
Seine Botschaft ist klar: „Das Leben vergeht unerbittlich. Wenn man handelt, bewegt sich etwas. Wenn man sich jedoch zurückzieht und in seinem Eckchen versteckt, respektiert Gott diese Entscheidung – aber er wartet auch darauf, dass wir uns öffnen.“
Am Ende bleibt für ihn eine tiefe Gewissheit: „Der wahre Arzt ist Jesus. Unsere Aufgabe ist es, die Menschen zu ihm zu führen – und das ist wirklich etwas Wunderbares.“
(vatican news)
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