Schönborn an Neupriester: „Weihe macht nicht zu Supermenschen“
„Die Weihe macht euch nicht zu Supermenschen. Ihr bleibt Menschen mit Geschichte, mit allen Gaben und auch mit Fehlern und Schwächen", wandte sich der Kardinal an die Geistlichen. Mit der Priesterweihe bekämen sie einen auf ihren kirchlichen Dienst bezogenen Auftrag und eine Vollmacht, so Schönborn. „Heilig werden ist damit noch nicht garantiert. Aber es ist ein großer Ansporn." Ihn selbst habe die „Gnade Gottes" durch mittlerweile 51 Jahre Priesterdienst geführt, sprach der Wiener Erzbischof den Neupriester Mut zu.
Respekt und Wertschätzung
An alle im Dom versammelten Priester gewandt, bat der Kardinal: „Schauen wir auf die sogenannten einfachen Leute, die einfachen Menschen, die Familien, die ihren Alltag oft unter großen Mühen leben. Bitte habt Respekt und Wertschätzung für die einfachen Menschen, ob sie Kirchgänger sind oder nicht, ob sie nach unseren Regeln leben oder nicht. Habt Wertschätzung für sie. Schaut auf niemanden herab!" Ausdrücklich betonte Schönborn in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Bußsakraments für alle Gläubigen. Auch Priester sollten es regelmäßig praktizieren, so der Kardinal: „Nur wer selber die Barmherzigkeit erfährt, auch im Sakrament, der wird barmherzig sein."
Internationalität
Geweiht wurde im Stephansdom sechs Priester: Mark Eylitz (37), Thorsten Rabel (27) und Pawel Skrzypinski (33) aus dem Wiener Priesterseminar sowie Billy Yap Camba (41), Alonso Ramirez Garcia (41) und Leandro Josue Venegas Chinchilla (31) aus dem Diözesanen Missionskolleg Redemptoris Mater. Die Internationalität der Weihekandidaten spiegelte sich im Gottesdienst wieder: So wurde etwa eine der Lesungen auf Spanisch vorgetragen.
(kap - mr)
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