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Oppositionsführerin Machado bei der Demonstration gegen Maduro am Samstag Oppositionsführerin Machado bei der Demonstration gegen Maduro am Samstag  (AFP or licensors)

Papst appelliert zu Dialog in Venezuela

Tausende Menschen sind am Samstag in Venezuelas Hauptstadt erneut auf die Straße gegangen, um gegen den umstrittenen Wahlsieg von Nicolas Maduro bei den Präsidentenwahlen zu protestieren. Beim Mittagsgebet rief Franziskus alle Parteien dazu auf, „jede Art von Gewalt zu vermeiden“ und miteinander in Dialog zu treten.

Venezuela befinde sich derzeit in einer kritischen Situation, zeigte sich das Kirchenoberhaupt beim Mittagsgebet am Sonntag am Fenster des Apostolischen Palastes besorgt.

„Ich appelliere von ganzem Herzen an alle Parteien, die Wahrheit zu suchen, Zurückhaltung zu üben, jede Art von Gewalt zu vermeiden, Streitigkeiten im Dialog beizulegen und das wahre Wohl des Volkes und nicht parteiische Interessen im Auge zu haben“, so der Appell des Papstes, der das Land der Fürsprache der von den Venezolanern sehr verehrten Lieben Frau von Coromoto und dem Gebet des seligen José Gregorio Hernandez anvertraute, „dessen Gestalt uns alle vereint“.

Proteste gehen weiter

Tausende von Menschen waren erneut am Samstag in den Straßen der venezolanischen Hauptstadt versammelt, um dem Oppositionskandidaten Edmundo González ihre Unterstützung zu signalisieren. Umfragen deuten darauf hin, dass er die Wahlen trotz gegenteiliger Aussage der Wahlbehörde gewonnen haben könnte. Diese hatte Präsident Nicolás Maduro zum Sieger der Wahl vom vergangenen Sonntag erklärt, muss aber noch die Stimmauszählung vorlegen, um den Sieg zu untermauern. Maduro hatte unterdessen seine Anhänger aufgefordert, am Samstag in Caracas an seiner eigenen „Mutter aller Märsche“ teilzunehmen.

Zuvor hatte die Regierung Hunderte von Oppositionsanhängern verhaftet, die in den Tagen nach der umstrittenen Wahl auf die Straße gegangen waren. Sie drohte, auch Oppositionsführerin María Corina Machado und der Präsidentschaftskandidate Edmundo González zu verhaften. Machado, die nach der Wahl eigener Aussage zufolge zunächst untergetaucht war, weil sie um ihre Sicherheit fürchtete, zeigte sich am Samstag bei der Kundgebung der Opposition.

„Nach sechs Tagen brutaler Unterdrückung dachten sie, sie könnten uns zum Schweigen bringen, uns einschüchtern oder lähmen“, sagte sie den Anwesenden von der Ladefläche eines Lastwagens aus. Die Anwesenheit eines jedes Einzelnen repräsentiere „das Beste von Venezuela“. Machado selbst darf nach einem Urteil im Vorfeld der Wahl für 15 Jahre nicht mehr für eine öffentliche Position kandidieren; die Opposition einigte sich daraufhin auf den gemeinsamen Kandidaten Edmundo González.

Bischöfe fordern transparente Wahlergebnisse

In einem Brief, der durch venezolanische Medien zitiert wird, haben sich auch Kardinäle des Landes hinter die Forderungen der Demonstranten gestellt. Das Volk habe sich mit überwältigender Mehrheit gegen den derzeitigen Präsidenten entschieden und eine Änderung der allgemeinen Ausrichtung des Regierungssystems beschlossen, hieß es in einem laut Portal „Tal Cual" von den Kardinälen Baltazar Porras und Diego Padron unterzeichneten Schreiben; es sei allerdings privater Natur. Weiter heißt es darin, die amtierende Regierung leugne pauschal den Sieg der Opposition, indem sie den derzeitigen Präsidenten Nicolas Maduro offiziell zum Sieger erklärt habe, ohne Beweise vorzulegen. „Infolgedessen ist eine große und heterogene Mehrheit der Bevölkerung, die von dieser Absurdität überrascht wurde, auf die Straße gegangen, um gegen dieses offizielle Verhalten zu protestieren und die Achtung ihres souveränen Willens zu fordern", schreiben die Kardinäle, die die Sicherheitskräfte dazu aufrufen, keine Gewalt anzuwenden. Offiziell haben die Bischöfe des Landes bereits gefordert, die bekanntgegebenen Wahlergebnisse überprüfen zu lassen. 

(vatican news/ap/kna - cs)

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