Frankreich: Bischofshaus wird für Missbrauchsentschädigung verkauft
Am 8. November 2021 hatten die französischen Bischöfe beschlossen, einen Fonds für Missbrauchsopfer einzurichten. Eine neu eingerichtete Kommission sollte die notwendigen Gelder dafür aus dem Verkauf von Kirchengütern aufbringen. Damit wollte man vermeiden, Gelder aus Spendengelder zu verwenden, die für Pfarreien oder für die Seelsorge gedacht sind.
Das erste Bistum, das nun zur Tat schreitet, ist Créteil im Großraum Paris. In einer am 10. Dezember veröffentlichten Botschaft kündigte Bischof Dominique Blanchet an, dass sein Bischofssitz demnächst zugunsten des Fonds zum Verkauf angeboten werde. „Wir hatten nicht viele Möglichkeiten, einen institutionellen Beitrag zu leisten, weil wir ein junges Bistum sind,“ erklärte die Mediensprecherin des Bistums, Carine Cloix, gegenüber La Croix.
Bischof und Generalvikar werden in bescheidenere Wohnungen umziehen
Der Verkauf des im Stadtzentrum gelegenen Bischofshauses soll mehrere hunderttausend Euro einbringen. Der Generalvikar und der Bischof, die derzeit noch dort wohnen, sollen bis spätestens September 2022 in „bescheidenere“ Wohnungen umziehen.
Hintergrund
Derzeit ist rechtlich noch nicht endgültig geklärt, wie französische Diözesen den Hilfsfonds zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch (Selam-Fonds) direkt finanzieren können. Die meisten ihrer Einkünfte sind rechtlich an die weitere Finanzierung der kirchlichen Kernaufgaben gebunden. Eine Klärung zwischen staatlicher Verwaltung und Bischofskonferenz ist laut Bericht im Gange.
(vaticannews/kna-skr)
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