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Das Treffen von Vietnams Staatspräsdient Vo Van Thuong im Juli 2023 ebnete den Weg zum ersten päpstlichen Vertreter im kommunistischen Land seit Jahrzehnten Das Treffen von Vietnams Staatspräsdient Vo Van Thuong im Juli 2023 ebnete den Weg zum ersten päpstlichen Vertreter im kommunistischen Land seit Jahrzehnten  (AFP or licensors)

Vietnam: Brief von Papst Franziskus legt Konflikt bei

Vietnamesische Regierungsvertreter und Kirchenvertreter würdigen den Brief von Papst Franziskus, der den ideologischen Konflikt zwischen Kommunisten und Katholiken beendete. Die historische Vereinbarung markiert einen Meilenstein in den Beziehungen zwischen Vietnam und dem Vatikan.

Der erste Brief von Papst Franziskus an die lokalen Katholiken wurde im September 2023 nach einer wegweisenden Vereinbarung mit dem kommunistisch regierten Land versandt. Diese Vereinbarung ermöglichte es einem päpstlichen Vertreter, in Vietnam zu residieren und ein Büro in Hanoi zu eröffnen – erstmals seit dem Abbruch der Beziehungen zwischen der kommunistischen Regierung und dem Vatikan im Jahr 1975.

Historischer Konflikt beigelegt

Der stellvertretende Innenminister Vu Chien Thang erklärte während eines Workshops des Regierungsausschusses für religiöse Angelegenheiten am 23. Juli in Hanoi, dass der Brief von Papst Franziskus „den historischen ideologischen Konflikt formell abgeschafft und endgültig beendet“ habe. An dem Workshop nahmen unter anderem Bischof Joseph Do Manh Hung, Generalsekretär der Bischofskonferenz von Vietnam, fünf weitere Bischöfe, ein Dutzend Priester, Regierungsbeamte und Religionsexperten teil.

Thang, der ehemalige Leiter des Ausschusses für religiöse Angelegenheiten, betonte, dass der Brief des Papstes die Beziehung zwischen dem Vatikan und Vietnam anerkenne und er optimistisch sei, dass beide Seiten trotz ihrer Unterschiede einen gemeinsamen Nenner zum Wohle der vietnamesischen Bevölkerung und des Vatikans finden würden. Er unterstrich, dass dieses Schreiben einen entscheidenden historischen Moment mit tiefgreifenden Auswirkungen für die lokale Kirche darstelle und die lokalen Gemeinschaften ermutige, weiterhin die Nation zu begleiten.

Diplomatischer Erfolg

Thang hob hervor, dass diese Entwicklung „einen bedeutenden Meilenstein in den Vietnam-Vatikan-Beziehungen nach fast einem Jahrhundert angespannter Beziehungen aufgrund ideologischer Konflikte“ markiere. Er beschrieb es als eine wesentliche Errungenschaft, die Vietnams Engagement für den Schutz der Religionsfreiheit seiner Bürger widerspiegele. „Dies bedeutet gegenseitige Anerkennung: Die Kommunistische Partei Vietnams erkennt den Vatikan als Freund und Partner an, während der Vatikan die Kommunistische Partei Vietnams und die Sozialistische Republik Vietnam als kooperative Partner anerkennt, ohne Bedrohungen für die katholische Kirche und den Vatikanstaat darzustellen,“ sagte Thang laut Vietnam News Agency.

Er betonte, dass die lokalen Katholiken ein wesentlicher und untrennbarer Teil der Nation seien und gemeinsam mit anderen religiösen und nicht-religiösen Gemeinschaften am Aufbau des Landes arbeiteten. Er lobte ihre bedeutenden Beiträge im Bereich der sozialen Wohlfahrt, Wohltätigkeit, Gesundheitswesen und Bildung. Vietnam hat rund 7,2 Millionen Katholiken in 3.000 Pfarreien.

Die Saint Joseph Cathedral in Hanoi
Die Saint Joseph Cathedral in Hanoi

Nguyen Thanh Xuan von der Ho Chi Minh National Academy of Politics erinnerte daran, dass es aus verschiedenen Gründen Zeiten gab, in denen die Wahrnehmung und Behandlung von Religion, insbesondere der Katholiken, durch einige Beamte nicht im Einklang mit den staatlichen Gesetzen stand. „Aber jetzt haben wir diese Herausforderungen überwunden und eine harmonische Beziehung aufgebaut,“ sagte er.

Der Workshop diskutierte die Implikationen des Briefes und suchte nach Wegen, um die bilateralen Beziehungen zu verbessern. Es wurden auch Strategien für ein größeres Engagement der Katholiken in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen und soziale Wohlfahrt besprochen.

Hintergrund

Die Kommunistische Partei Vietnams wurde 1930 gegründet, und ihre nördlichen Kräfte errangen im Mai 1954 einen entscheidenden Sieg über die französischen Kolonialmächte. Dies führte zur Unterzeichnung der Genfer Abkommen am 20. Juli desselben Jahres. Infolge der Abkommen kam es zur Flucht von rund einer Million Menschen, darunter etwa 700.000 Katholiken, aus Nordvietnam in den Süden von 1954 bis Juli 1955 - auf der Suche nach Religionsfreiheit. Nach der Migration blieben in den zehn nördlichen Diözesen nur noch sieben Bischöfe, 374 Ordensleute und wenige Priester, um eine Gemeinschaft von 750.000 Gläubigen zu betreuen.

(ucanews – rp)

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25. Juli 2024, 15:58