Zahl der Obdachlosen in Brasilien um ein Viertel gestiegen
Die auf staatlichen Daten zur sozialen Situation beruhende Erhebung dürfte jedoch nicht das ganze Bild abdecken - Experten gehen von einer wesentlich höheren Dunkelziffer aus.
Für Andre Luiz Freitas Dias von der Beobachtungsstelle für Obdachlose haben die neuen Daten eine positive und eine negative Botschaft. So sei die Zunahme zum einen auf eine verbesserte Erfassung der Obdachlosen durch staatliche Institutionen zurückzuführen. Andererseits habe jedoch das Fehlen effizienter staatlicher Programme zur Armutsbekämpfung die Zahl der Obdachlosen ansteigen lassen.
Die Daten zeigen, dass rund 70 Prozent der Obdachlosen keine abgeschlossene Schulbildung haben; rund 11 Prozent gelten als Analphabeten.
Die meisten Obdachlosen wurden im Gliedstaat Sao Paulo gezählt, dem bevölkerungsreichsten und zugleich wohlhabendsten Teilstaat Brasiliens: 140.000 im Jahr 2024, nach etwas über 100.000 im Vorjahr. Zum Vergleich: 2013 zählte man rund 11.000 Obdachlose. Allerdings begann im Jahr 2014 eine schwere Wirtschaftskrise, die rund fünf Jahre andauerte und Millionen Brasilianer in die Armut trieb.
(kap/kna - cs)
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