Kolumbien: Drogenkriege eskalieren
Drogenkriege haben in Kolumbien eine lange Geschichte. Von einem Waffenstillstand 2016 erhoffte man sich, dass dies ein Ende haben würde. Doch vor zwei Wochen flammten die Gebietskonflikte wieder gewaltsam auf. Rivalisierende Drogenbanden ziehen eine Blutspur durch die Region Catatumbo. Über 60 Menschen seien getötet worden, berichtet das kolumbianische Militär auf X. „Sie haben Menschen aus ihren Häusern geholt und sie auf miserable Weise ermordet. Es ist unsere Aufgabe als Armee, das Gebiet zu stabilisieren", so der Militärchef.
Humanitärer Korridor
Um den Opfern zu helfen, wurde nun ein humanitärer Korridor eingerichtet. Durch Essen, Trinkwasser, Werkzeuge, Kleidung und Medikamente sollen die Bewohner unterstützt werden. Viele tausend Menschen finden auch Schutz in katholischen Einrichtungen und Kirchen. Durch die Zusammenarbeit mehrerer Diözesen in der Region wurden schon über 23.000 Kilo Essen an Bedürftige verteilt.
Präsident Gustavo Pedro hat den nationalen Notstand ausgerufen und das Militär eingeschaltet. Die Caritas Kolumbien spricht von der schlimmsten Krise seit 2002. Besonders Frauen und Kinder seien durch die Gewalt in Gefahr. Laut dem Verteidigungsministerium sind 47.000 Menschen bereits geflohen. 23.000 Menschen können wegen der Konflikte ihre Häuser nicht verlassen und sind den Milizen ausgeliefert.
Strategisch wichtig
Die Region Catatumbo gilt als strategisch wichtig, da von dort aus die Drogen, vor allem Kokain, außer Landes gebracht werden können. Der linksgerichtete Präsident Gustavo Pedro hatte als Wahlversprechen angekündigt, dauerhaften Frieden im Land zu schaffen. Doch rivalisierende Gruppen beginnen immer wieder blutige Konflikte. Gerade kämpfen ELN und FARC um die Gebiete in Catatumbo. Die Regierung setzte Friedensverhandlungen deshalb erst einmal aus.
(fides/dw – ms)
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