Vollversammlung der Bischofskonferenz tagt in Tirol - Gebet für Frieden
Bei dem Gebet mit rund fünfzig Kriegsflüchtlingen war auch eine Gruppe taubstummer Kinder dabei, die derzeit im kirchlichen Haus Marillac in Innsbruck untergebracht sind. Ort der Begegnung und des Gebets am Montagabend war das Wallfahrtskloster Maria Waldrast unweit des Tagungsortes der Bischofskonferenz in Matrei am Brenner.
Auch der ukrainische Priester und Generalvikar im Ordinariat für die Gläubigen der katholischen Ostkirchen in Österreich, Yuriy Kolasa, nimmt an der Vollversammlung teil. „Während wir hier beisammen sind, schlagen Raketen in allen Teilen der Ukraine in Wohngebieten ein", schilderte der aus der ukrainischen Erzeparchie Lemberg stammende Priester im Rahmen des Gottesdienstes mit den Bischöfen die Lage.
„Es gibt bereits tausende Opfer, darunter Frauen, Frauen und ältere Menschen." Gleichzeitig entwickle sich eine „humanitäre Katastrophe" im Land. Millionen seien auf der Flucht, tausende Frauen und Kinder suchten Schutz in Österreich. Gemeinsam mit den Bischöfen hielt der ukrainische Priester auch ein Friedensgebet.
„Fratelli tutti" bietet auch Antwort auf Ukraine-Krieg
Papst Franziskus habe den Geist dieser Worte Jesu zuletzt in der Enzyklika „Fratelli tutti" auf die brennenden Herausforderungen für Welt und Kirche hin aktualisiert. Das päpstliche Dokument mit der Generalperspektive der Geschwisterlichkeit böte auch eine christliche Antwort auf den Krieg in der Ukraine, so Scharl.
Erzbischof Lackner hatte vor Beginn der Plenarversammlung gesagt, dass der Krieg in der Ukraine, seine Auswirkungen und die nötigen Hilfsmaßnahmen ein Hauptthema der viertägigen Beratungen darstellten. Ebenso soll es um den weltweiten Synodalen Prozess und die bevorstehenden Pfarrgemeinderatswahlen in Österreich gehen.
Dank für Hilfsbereitschaft in Österreich
Lackner würdigte im Gespräch mit Medien die riesengroße Hilfsbereitschaft in Österreich - nicht nur, aber vor allem auch in der Kirche. Er wolle auch der heimischen Politik für ihr Engagement in dieser Hinsicht danken. Ausdrücklich würdigte Lackner Caritas und Pfarren, die sich für die Opfer des Krieges einsetzen. Immer mehr Familien würden auch Flüchtlinge, vor allem Frauen und Kinder, aufnehmen. Nun gelte es, bei dieser Hilfe einen langen Atem zu haben, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der sich sichtlich erschüttert zeigte, dass so ein Krieg in Europa überhaupt noch möglich sei.
Lob auch aus der Politik
Hintergrund
Erstmals seit 13 Jahren tagt die Bischofskonferenz wieder in Tirol. Kardinal Christoph Schönborn, Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics und Weihbischof Anton Leichtfried befinden sich wegen Corona in häuslicher Quarantäne, haben milde Symptome und schalten sich punktuell online zu. Für die österreichischen Bischöfe ist es die dritte Vollversammlung, die in Tirol stattfindet: Die Premiere war im Juni 2001 ebenfalls im Bildungshaus St. Michael, ein weiteres Treffen fand im März 2009 in Innsbruck statt.
Die aktuellen Beratungen des Episkopats dauern bis Donnerstag, 17. März. Thema sind neben dem Ukraine-Krieg auch die diözesanen Initiativen im Rahmen des weltweiten Synodalen Prozesses und die bevorstehenden österreichweiten Pfarrgemeinderatswahlen am 20. März. Liturgischer Höhepunkt ist ein abendlicher Festgottesdienst mit den Mitgliedern der Bischofskonferenz am Mittwoch, 16. März, um 19 Uhr, in der Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Götzens, zu dem die Gläubigen eingeladen sind. Der Feier steht der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler vor, der auch predigen wird. Zuvor findet um 18.30 Uhr ein landesüblicher Empfang für den Episkopat statt. Am Mittwoch nimmt auch der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro Lopez Quintana, an der Sitzung der Bischöfe teil. Die Vollversammlung endet Donnerstagmittag. Über die Ergebnisse der Bischofskonferenz wird Erzbischof Lackner im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag, 18. März, um 10 Uhr in Wien informieren.
(kap-sst)
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