Italien: Bistümer ermöglichen ukrainischen Kindern Sommercamp
Sofiya Ruda und Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt
Die Initiative hat die italienische Bischofskonferenz angestoßen, und zwar konkret ihr Vorsitzender - Kardinal Matteo Zuppi, der von Papst Franziskus auch mit einer Friedensmission für die Ukraine beauftragt ist:
„Über die Delegation der Caritas in den Marken wurde von der Italienischen Bischofskonferenz die Anfrage an uns gerichtet, Kinder und Jugendliche aus der Ukraine im Sommer für ein paar Wochen aufzunehmen", berichtet der Generaldirektor der Caritas Senigallia, Giovanni Bomprezzi, im Interview mit Radio Vatikan. „Wir haben zum Glück eine große freie Einrichtung gehabt und haben sofort zugesagt, damit sie ein bisschen unbeschwert Urlaub und Ferien machen können. Diese Kinder und Jugendlichen haben die schlimmsten Dinge erlebt, sie durchleben wirklich Dramatisches. Wir wollen ihnen hier einen Moment der Unbeschwertheit und wirklichen Urlaub ermöglichen. Senigallia ist als Ort gut geignet, gerade auch nun im Sommer, größtmögliche Seelenruhe zu verspüren."
Viele freiwillige Helfer - auch an Feiertagen
Der Ort hat auch schon vor dem Sommerferiencamp Ukrainer aufgenommen, berichtet der Caritas-Generaldirektor. Bomprezzi hebt besonders die unschätzbare Hilfe der zahlreichen Freiwilligen hervor:
„Vor ein paar Tagen, am Feiertag Mariä Himmelfahrt, haben sich viele den ganzen Tag zur Verfügung gestellt, um bei den Kindern und Jugendlichen zu sein und sie im wahrsten Sinne des Wortes willkommen zu heißen. Der schönste Moment war mit den Kindern, die am Meer waren, ein richtiger Urlaubstag und dann das Mittagessen mit dem Bischof, Monsignore Manetti, zusammen mit allen Freiwilligen. Wie eine große Familie, im wahrsten Sinne des Wortes: Eine gastfreundliche Kirche".
Große Freude am Meer
Die Kinder sind zwischen sieben und 15 Jahre alt und kommen aus der Gegend rund um Saporischja, also einer Zone, die stark vom Krieg betroffen ist. Gut 14 Tage können sie davon eine Auszeit in Italien nehmen. Es gebe natürlich „auch Momente der Trauer" angesichts der traumatischen Ereignisse des Ukraine-Kriegs, berichtet Beatrice Galli. „Da versuchen wir, ihnen nahe zu sein, sie in Spiele einzubeziehen, damit sie nicht so viel nachdenken - und wir versuchen, ihnen Momente der Freude und Unbeschwertheit zu schenken, so gut es geht."
Zum Monatsende, zwischen dem 28. und 29. August, kehren die Kinder und Jugendlichen der Sommercamps in Italien zurück in die Ukraine, wo - mitten im Krieg und wo es möglich ist - der Schulbetrieb im Land wieder aufgenommen wird.
Immer mehr Kinder Opfer des Kriegs
Unterdessen ist laut der Hilfsorganisation „Save the Children" auch die Zahl der Kinder unter den Opfern im Ukraine-Krieg gestiegen. Die Militärschläge Russlands in Wohngebieten hätten zugenommen, erklärte die britische Hilfsorganisation am Dienstag. Demnach wurden seit Mai 151 Kinder in der Ukraine durch Luft- oder Drohnenangriffe getötet oder verletzt. In dem Zeitraum fanden nach Daten, die „Save the Children" zitiert, mehr als 1.400 russische Attacken statt - dreimal mehr als zwischen Jahresbeginn und Ende April. 95 Prozent der Angriffe erfolgten demnach in bewohnten Gegenden. Nach UN-Angaben, auf die sich die Organisation bezieht, wurden seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 in der Ukraine 541 Kinder getötet und rund 1.140 weitere verletzt.
(vatican news/kna - sst)
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